Kommunalwahl: Sachpolitische Themen spielten untergeordnete Rolle

Wählerunion holt aus dem Stand 27,8 Prozent im Ortsbeirat

Kommunalwahl 2019: Helga Schmitt-FederkeilZur Demokratie gehört es, dass man Wahlen auch verlieren kann. Und das ist auch gut so. Deshalb wünsche ich meinem designierten Nachfolger für die kommenden fünf Jahre eine glückliche Hand und dem Dorf viel Erfolg für die weitere Entwicklung.

Angesichts des fehlenden Programms meines Gegenkandidaten, für den sowohl die Ortspolitik als auch die lokalen Strukturen und Probleme des Ortes Neuland sind, hat mich das Wahlergebnis sehr überrascht. Weil ich mein Amt über den langen Zeitraum mit viel Herzblut ausgeübt habe, war ich natürlich auch enttäuscht.

Nach zehn Jahren intensiver Arbeit für die infrastrukturelle Entwicklung des Ortes, einer positiven Bilanz und zukunftsorientierter Ziele für die kommenden Jahre waren es in der Wahl des Ortsvorstehers aber anscheinend nicht die sachpolitischen Themen, die Franken bewegten.

Auch ist es mir ganz offensichtlich über die Zeit nicht gelungen, die eigene politische Arbeit und die gute Entwicklung des Ortes positiv im Bewusstsein der Bevölkerung zu verankern. Es ist ungewöhnlich, trotz positiver Bilanz abgewählt zu werden, mit dem Abstand einiger Tage fühlt es sich für mich aber gut und richtig an, weil für die Frankener mehrheitlich andere Prioritäten im Vordergrund stehen.

In der Berücksichtigung dieser Prioritäten wünsche ich dem Ort, seinen Bürgerinnen und Bürgern, dem neuen Ortsbeirat und dem designierten Ortsvorsteher von Franken ein gutes Gelingen.

Wählerunion im Ortsbeirat

Die Sinziger Wählerunion wurde mit 27,8 Prozent gewählt und erhält einen Sitz im Ortsbeirat. Das ist angesichts der gesamten Ergebnisse (CDU 33 %, FWG 39,2 %) ein respektables und erfreuliches Ergebnis, auf dem sich aufbauen lässt. Die CDU verliert aufgrund des Verlustes von 20 % der Wählerstimmen einen Sitz zugunsten der Wählerunion, die FWG behält trotz 7,8 % Verlust ihre beiden Sitze.

Personenbezogen wurden die ersten beiden Ränge der SWU-Liste sehr stark gewählt (Schmitt-Federkeil 175 Stimmen, Gausepohl 100 Stimmen). Davon ausgehend, dass Jürgen Koffer sein Mandat im Ortsbeirat zugunsten seines zukünftigen Amtes nicht antreten wird, konnte die Zweitplatzierte der SWU mit 100 Stimmen mehr Stimmen für sich verbuchen als die jeweils Zweitplatzierten der Listen von CDU (Otter 64 Stimmen) und FWG (Krüger 91 Stimmen).

Im Namen der Wählerunion hierfür ein herzliches Dankeschön!

Ortsbeiratsmandat steht zur Verfügung

Mit 175 Stimmen wurde ich in den Ortsbeirat gewählt. Zum Bestehen in der Ortsvorsteherwahl wären im Vergleich nur 142 Stimmen nötig gewesen(!), 130 Stimmen habe ich erhalten. Somit haben die Frankener für den Ortsbeirat andere Signale gesetzt als in der Wahl des Ortsvorstehers. Dennoch erkenne ich aufgrund der Ergebnisse in der Direktwahl eine mangelnde Übereinstimmung der sachpolitischen Zielsetzungen mit der Mehrheit der Frankener Bürgerinnen und Bürger.

Ich werde deshalb mein Mandat im Ortsbeirat zugunsten von Henny Gausepohl, die aufgrund ihrer 100 Stimmen zu den meistgewählten Kandidaten zählt, abtreten.

Alle, die mir – sowohl in der Direktwahl aus auch in der Wahl des Ortsbeirates – ihr Vertrauen ausgesprochen haben, danke ich sehr herzlich und bitte gleichzeitig um Verständnis für meinen Mandatsverzicht, der insbesondere dazu beitragen soll, den Weg freizumachen für den Neuanfang, den sich die offenbar die Mehrheit der Frankener wünscht.

Helga Schmitt-Federkeil
Ortsvorsteherin

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